Die Kronacher Münzfreunde bringen Menschen in Oberfranken und darüber hinaus zusammen, die sich für Münzen, Banknoten und die Geschichten dahinter begeistern.
Ob antike Prägungen, Primitivgeld, regionale Notgelder, moderne Sammlerstücke oder auch Banknoten – bei uns finden Sammlerinnen und Sammler jeden Kenntnisstands eine offene, freundliche Gemeinschaft.

Die Kronacher Münzfreunde treffen sich an
jedem zweiten Dienstag im Monat ab 20 Uhr
in 96317 Kronach, Rodacher Str. 30.
Nächster Termin: 12. Mai 2026
Der Abend bietet Raum für Austausch, Fachgespräche und das gemeinsame Entdecken numismatischer Schätze.
Es wird aber auch über andere interessante aktuelle und vergangene Themen gesprochen.
Gäste sind herzlich eingeladen.
Kontakt: Oliver Fischer
eMail: Kronacher Münzfreunde

Am 20. September 2026 findet von 9 bis 15 Uhr in der
Peter-J.-Moll-Halle, Georg-Herpich-Platz 3
96231 Bad Staffelstein
unsere 51. Münzen und Geldscheinbörse statt.
Sie können sich dort über das Sammeln von Münzen, Geldscheinen und historischen Wertpapieren informieren, ihre „Schätze“ bewerten lassen, tauschen oder auch fehlende Stücke erwerben.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch !
Das Jahr 1923 markiert einen der skurrilsten und zugleich tragischsten Momente der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Während die Reichsbank in Berlin mit dem Drucken kaum noch hinterherkam, verwandelte sich Deutschland in ein Land der „Milliardäre und Billionäre“, die mit Schubkarren voller Papiergeld zum Bäcker zogen.
In Oberfranken, fernab der Berliner Metropole, suchte man pragmatische Lösungen für das Chaos. Da das offizielle Geld der Reichsbank oft gar nicht erst in der Provinz ankam oder bei der Ankunft bereits wertlos war, griffen Städte und Orte wie Kronach, Nordhalben oder Teuschnitz zur Selbsthilfe. Dieses sogenannte „Notgeld“ wurde von Kommunen oder ansässigen Firmen herausgegeben. Es war der Versuch, den lokalen Handel aufrechtzuerhalten, während das globale Finanzsystem um sie herum kollabierte.
Das Ende des Spuks kam erst im November 1923 mit der Einführung der Rentenmark, bei der zwölf Nullen gestrichen wurden. Was blieb, war ein kollektives Trauma, aber auch eine Fülle an numismatischen Schätzen. Wenn wir uns am 20. September 2026 auf der 51. Münzen- und Geldscheinbörse in Bad Staffelstein treffen, betrachten wir diese Milliarden- und Billionen-Scheine nicht mehr als Zahlungsmittel, sondern als faszinierende Kunstwerke und Mahnmale einer Zeit, in der ein ganzes Land den Boden unter den Füßen verlor.




Stellen Sie sich vor, Sie gehen morgens mit einem Geldschein zum Bäcker und stellen fest, dass das Papier, auf dem die Zahl gedruckt ist, mehr wert ist als der Nennwert darauf. Was heute wie eine surreale Dystopie klingt, war für die Menschen im Deutschen Reich zwischen 1914 und 1923 bittere Realität. Doch die Geschichte beginnt ganz anders: mit einer Ära beispielloser Stabilität.
Der Glanz des Goldes: Die Ära der Disziplin
Nach der Reichsgründung 1871 herrschte Goldgräberstimmung – im wahrsten Sinne des Wortes. Aus einem Flickenteppich lokaler Währungen schuf das Kaiserreich die Mark. Es war eine Zeit, in der Geld noch ein Versprechen war, das physisch eingelöst werden konnte. Wer eine Banknote zur Reichsbank brachte, hatte das gesetzliche Recht, diese in echtes Gold umzutauschen. Dieser Goldstandard war der Anker einer aufstrebenden Industrienation. Die Preise blieben über Jahrzehnte stabil, und die Mark genoss weltweit denselben Respekt wie heute der Schweizer Franken.
Die Urkatastrophe: Wenn Papier das Gold ersetzt
Mit dem Schuss von Sarajevo im Jahr 1914 endete nicht nur der Frieden, sondern auch die finanzielle Vernunft. Um die gewaltigen Kosten des Ersten Weltkriegs zu stemmen, traf das Reich eine fatale Entscheidung: Die Einlösepflicht in Gold wurde aufgehoben. Man begann, den Krieg auf Pump zu finanzieren. Die Logik dahinter war so simpel wie hochmütig: Man glaubte, nach einem Sieg den besiegten Nationen die Zeche in Form von Reparationen aufdrücken zu können.
Doch der Sieg blieb aus. Was blieb, war ein Berg von Schulden und eine Währung, die ihre Seele verloren hatte. Die "Goldmark" war zur "Papiermark" degradiert worden, und der schleichende Verfall der Kaufkraft begann bereits in den Schützengräben.
Not macht erfinderisch: Die Ära des Notgelds
In dieser Zeit der Instabilität verschwanden plötzlich die Münzen. Kupfer, Nickel und Silber wurden für die Rüstung gebraucht oder von besorgten Bürgern gehortet. Um den Handel aufrechtzuerhalten, sprangen Städte und Fabrikbesitzer ein. Es entstand das Notgeld.
Es ist eines der skurrilsten Kapitel der Geldgeschichte: Da der Staat nicht schnell genug liefern konnte, druckten Kommunen ihre eigenen Scheine. Es gab Notmünzen aus Porzellan, Leder oder sogar gepresster Kohle. Diese regionalen Zahlungsmittel waren oft kleine Kunstwerke, geschmückt mit lokalen Sagen oder politischem Spott. Sie waren ein Vorbote des drohenden Kontrollverlusts des Staates über sein eigenes Monopol.
Der Tanz am Abgrund: Die Hyperinflation 1923
Nach dem Krieg eskalierte die Situation. Die Last der Reparationen und die politische Instabilität führten 1923 in die totale Katastrophe. Die Reichsbank warf die Druckpressen an, als gäbe es kein Morgen mehr. Das Geld verlor so schnell an Wert, dass Arbeiter zwei- bis dreimal am Tag ausbezahlt wurden, um ihre Löhne noch vor dem nächsten Preissprung ausgeben zu können.
Frauen trugen Wäschekörbe voller Billionen-Scheine zum Markt, nur um ein Pfund Butter zu kaufen. Kinder spielten mit wertlosen Geldbündeln wie mit Bauklötzen, und Hauswände wurden mit Banknoten tapeziert. Es war die totale Entwertung der bürgerlichen Ersparnisse und ein tiefes kollektives Trauma, das die deutsche Psyche bis heute prägt.
Die Rettung aus dem Nichts: Das Wunder der Rentenmark
Wie beendet man den Wahnsinn, wenn kein Gold mehr da ist? Ende 1923 griff man zu einem psychologischen Meisterstreich: der Rentenmark. Da der Staat keine Edelmetallreserven mehr besaß, wurde die neue Währung kurzerhand durch den Grund und Boden von Industrie und Landwirtschaft „gedeckt“.
Rein wirtschaftlich war dies eine Illusion, doch psychologisch funktionierte es. Die Menschen wollten wieder an etwas glauben. Mit dem Wechselkurs von einer Billion Papiermark zu einer Rentenmark wurde die Inflation schlagartig gestoppt. Das Vertrauen kehrte zurück, und mit der Einführung der Reichsmark im Jahr 1924, die wieder formal an das Gold gebunden war, begannen die „Goldenen Zwanziger“.
Was wir daraus lernen
Die Jahre 1871 bis 1924 lehren uns, dass Geld letztlich ein soziales Konstrukt ist, das auf Vertrauen basiert. Wenn dieses Vertrauen durch politische Fehlentscheidungen oder exzessives Drucken untergraben wird, zerfällt die gesellschaftliche Ordnung.
Während Geldvermögen verdampften, blieben Sachwerte bestehen. Es ist eine mahnende Erinnerung für jeden Investor: Papier kann brennen, aber Substanz bleibt.
Ich hoffe Ihnen hat dieser kleine Ausflug in die Währungsgeschichte des Deutschen Reiches gefallen.

Der Anfang: Als Geld noch schwer wog
Bevor Rom den Mittelmeerraum dominierte, war "Bezahlen" eher ein Kraftsport. Ganz am Anfang nutzten die Römer Aes Rude – unförmige Bronzeklumpen, die man vor jedem Kauf wiegen musste.
Später kamen die Aes Signatum auf, flache Bronzebarren mit Motiven wie Rindern oder Schweinen. Praktisch war das nicht: Wer ein Haus kaufen wollte, brauchte vermutlich einen Ochsenkarren, um das Wechselgeld zu transportieren.
Die Republik: Der Aufstieg des Denars
Mit dem Wachstum Roms im 3. Jahrhundert v. Chr. musste ein System her, das auch international (vor allem gegen die Griechen) Bestand hatte.
Caesar bricht die Regeln
Ein entscheidender Moment der Münzgeschichte geschah 44 v. Chr.: Julius Caesar war der erste lebende Römer, der sein eigenes Porträt auf eine Münze prägen ließ.
In der Republik galt das als absolut tabu und arrogant – fast schon wie die Krönung zum König. Kurz darauf wurde er ermordet, aber der Trend war gesetzt. Es war ein Akt der Selbstverherrlichung, der das Ende der Republik einläutete. Ab diesem Zeitpunkt war die Vorderseite der Münze für das Gesicht des Herrschers reserviert. Wer eine Münze betrachtete, blickte dem Herrscher direkt in die Augen, egal ob man in den Wäldern Germaniens oder im Sand Ägyptens stand.
Die Kaiserzeit: Gold und Glanz
Unter Kaiser Augustus wurde das System perfektioniert. Es gab nun eine klare Hierarchie:
Römische Münzen waren das wichtigste Nachrichtenmedium. Gewann ein Kaiser eine Schlacht oder ließ eine neue Wasserleitung bauen, ließ er dies auf die Rückseite der Münzen prägen, damit auch der letzte Bauer in Britannien davon erfuhr.
Der langsame Niedergang
Nichts hält ewig – auch nicht der Silbergehalt. Um Kriege, prunkvolle Bauten und Brot für das Volk zu finanzieren, mischten spätere Kaiser dem Silber immer mehr Kupfer bei. Am Ende war der "Silberdenar" nur noch eine Kupfermünze mit einem dünnen Silberüberzug, der nach drei Tagen im Umlauf abrieb. Die Folge? Eine massive Inflation, die das Reich wirtschaftlich ins Wanken brachte.
Die Antoniniane der Soldatenkaiser
Der Antoninian entwickelte sich im 3. Jahrhundert aufgrund der galoppierenden Inflation zur meistgeprägten Münze. Der Antonian entsprach 2 Denaren.
Krise führt zu Reformen
Im 3. Jahrhundert n. Chr. kollabiert das Münzsystem; Diokletian versucht Stabilisierung auch durch neue Nominale Argentus und Follis .
Solidus dominiert Spätantike
Konstantin führt ab 309 n. Chr. den Solidus ein und löste damit den Aureus ab. Der Solidus etablierte sich rasch als Standardgoldmünze des Römischen Reiches und bleibt über Jahrhunderte die stabile Goldwährung Europas. Wörter wie Sold oder Soldat leiten sich vom Namen der Münze ab.
